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Die Vorgeschichte: The Salivary Glands Uwe's Hähnchengrill Die Proberäume



Im Prinzip dreht es sich darum, wer am meisten verträgt. Trinken macht Spaß. Wetten, daß ich mehr Schnäpse in weniger Zeit abzieh als du. *Applaus*

Sebastian: Mit dem Gitarrespielen, daß ich bis heute nur sehr marginal beherrsche, fing ich an als ich Michael J. Fox in "Zurück in die Zukunft Teil 1"(da hieß er ja noch gar nicht Teil 1)sah. Johnny B. Good und dann auf die Knie und ab gehts. Da war ich 13. Mein Vater mußte mir die Klampfe auf E stimmen. Die Posen hatte ich schnell raus (und noch heute - ich werde immer besser) das mit den Akkorden kam dann mit den Jahren.

Uli: Eigentlich wollte ich ja Fußballprofi werden, aber die Sache mit dem an den Balltreten war mir dann doch zu anstrengend. Naja dann mußte ich mir eben was anderes einfallen lassen, und kam nach einer durchzechten Nacht beim pinkfloydtexteauswendiglernen auf den Trichter Rockstar zu werden. Und das hab ich jetzt ja erreicht. *Applaus*

Sebastian: Genau, Uli.

Hartmut: Wasgehtabb?

Sebastian: Daß keiner nichts spielen konnte, wie das nun mal immer so ist, war das geringste Problem. In der Schule kamen wir dann an einen Raum (das Videolabor), wo wir Mittwochs von 13.30 bis 15.00 Uhr die Schulinstrumente reinschieben konnten. Jetzt brauchten wir nur noch die Band.

Hartmut: The Salivary Glands

Uli: Genau, Hartmut. *vereinzelte Klatscher* Welch glorreicher Haufen.

Sebastian: Eine Rockstarband zusammenzustellen will so durchdacht werden, wie bei einer Fußballmannschaft. Man braucht Sturm,Mittelfeld und Abwehr. Wir waren Stürmer. Aber egal, wer bremst verliert. Ich als Sänger mußte auch Gitarre spielen, damit ich was cooles in der Hand halten konnte. Wir hatten also Hartmut, der noch jünger war

Uli: Quasi grad erst geboren.

Sebastian:...an meinem alten Schlagzeug, Victor Dumitrescu an der Gitarre.

Uli: Wir merkten erst 3 Jahre später, bei seinem letzten Konzert, daß er nie zwischen Dur- und Moll-Akkorden unterschied.

Hartmut: Höhö, ich konnte mir nie erklären, wie dies alles zustande kam und frage mich bis heute, was ich hier überhaupt tue. Der Gedanke, Rockstar zu werden, beschäftigte mich insgeheim seit frühester Kindheit. Ja, ja - damals.

Sebastian: Höhö, genau. Dafür war er endcool.

Uli: Ich erinner mich noch als wär es gestern gewesen, als Sebastian und ich aus Pirmasens kamen, in meinem alten VW, den ich heute noch fahre, -geile Kiste übrigens- und er an der B10 stand und trampte. Gespräch: Uli: Ah, Hi Vicces. Victor:- Sebastian: Wo kommst du denn her? Victor: Kaiserslautern. Uli: Was hast du dort gemacht? Victor: Einkaufen Sebastian: Was? Victor: Geschenk. Das war's. Endegespräch.

Sebastian: Oder auf einer Party bei Peter Koch, Victor steht am Fenster und fällt raus. Besorgte Blicke nach unter. Holger:"Alles klar Victor?" Victor: "Ja" Holger:"Was war denn das?" Victor: "Drogen!". Bass spielte Herby, dessen Musikalität soweit ging, daß er grade mal einen Walkman bedienen konnte. ( Wie war noch mal Wild Thing? 0-5-7 oder was?) Dafür sah er süß aus und konnte mit 13 schon eine Flasche Amaretto abschütten (incl. roter Kotze) - beeindruckend. Ich spielte Gitarre, und kam mir vor wie Jim Morrison und Mick Jagger in einer Person.

Uli: Zu der Zeit ( mit 17) hab ich noch mit'n paar Kumpels gerockt. Wir nannten uns "Cirrus Diner" und wollten auf Pink Floyd und Led Zeppelin raus. Instrumental klang das ganz gut, aber singen konnte wirklich keiner. Bei einer Probe in der Schulaula kam mal so was wie ein Talentscout vorbei (vielleicht war es auch nur ein perverser Kinderschänder) und meinte, als wir gerade Paranoid spielten, daß das ziemlich stark klingen würde, worauf die Jungs von den Salivary Glands, die vor uns probten, weil sie ja früher ins Bett mußten, höhö, meinten, sie wären noch viel geiler.

Hartmut: Stimmt ja auch.

Uli: Hat mich dann ja auch überzeugt, die Band zu wechseln. Unser erstes Konzert spielten wir auf der Disco unserer Schülerzeitung. (Bringen wir demnächst auch noch als Video raus.)

Sebastian: Herby war zum Glück gerade in Urlaub, so daß Uli, der vorher schon netter-und nötigerweise versucht hatte, ihm Baßspielen beizubringen (0-5-7, nicht 1-5-8,verdammt!), uns aushalf. Außerdem hatten wir noch einen Mundharmonikaspieler( Blueshassel), dereinzige, der wirklich was drauf hatte.

DJ Burban: Yeahyeahyoh!

Hartmut: Wasgehtabb?

Sebastian: Da spielten also wir, Cirrus Diner und Brian Storm, die sich unheimlich gut vorkamen, aber so dämlich waren, daß sie sogar ihren eigenen Namen falsch schrieben (kein Einzelfall- sie dachten wirklich eine Zeit lang, das würde so geschrieben.) Eigentlich sollte das nämliche Brainstorm heißen (sowieso doofer Name). Wir spielten die einfachsten Rollingstonescover, und so Songs wie Wild Thing. Glorios. Also lösten sich Brian Storm

Hartmut:Höhö.

Sebastian: ... und Cirrus Diner auf und Uli stieg bei uns ein. Bald darauf gab es also nur noch uns, und eine neue Band: "Milk" - die Ramones spielten, nur schneller. Das waren Victor, DJ Burban am Schlagzeug und Steffi Stöbener am Bass, die unheimlich cool waren. Victor konzentrierte sich also auf seine neue Band und Holger von Brian Storm

Hartmut und Uli: Höhö.

Sebastian: ... stieg bei uns ein. Er fing am gleichen Tag (!) wie ich mit dem Gitarre spielen an,nur war er wesentlich besser,

Uli: Natürlich nicht so cool.

Sebastian: ... soweit ich weiß, auch wegen der Michael J. Fox-Geschichte. Also: Gitarre,Gesang: Sebastian, Schlagzeug: Der langsam den Takt halten könnende Hartmut,

Uli Höhö.

Sebastian: ... Uli am Bass und Holger an der Gitarre, sowie Blueshassel an der Mundharmonika, der aber dann bald ausstieg und zu einer Erwachsenen-Bluesband wechselte. Dann hatten wir hier und da Auftritte in der Schulaula, mit Alkoholausschank und Vertrauenslehrer als Aufpasser. Bei unseren Proben und Konzerten beeindruckten wir hauptsächlich durch unseren kenntnixhatauchinderschuleschonnixgekonnt-mäßigen Umgang mit Alkohol und leichten Drogen. Das zog dann Tommy an,der ein paar Jahre älter war, unverhältnismäßig gut Gitarre spielen konnte -im Ernst- Mit seinen Worten: "Der beste und schnellste Gitarrist der Welt. Außer vielleicht Yngwie Malmsteen." Er war stadt-und landkreisweit als Chaot und als Freak

Uli: und als Pest bekannt.

Sebastian: Genau. Er benutzte unsere -Drogen wollte ich jetzt schon sagen- Proben in der athmosphärischen Schulaula -mächtige Lichtanlage und so- hauptsächlich als Ort, wo er binnen 3 Stunden zwei Sixpacks und einen Zwanni abziehen konnte. Da kam dann die Grunge-geschichte in Dahn ins Rollen, und wir gingen so ein bißchen in die Richtung .Wir gefielen Tommy durch unseren Enthusiasmus und unsere -wahrscheinlich angeborene- Lust am Trinken.Irgentwann stieg er dann bei uns ein. Wie bei der Fußballmannschaffttheorie: Er war ein unbezahlbarer Star, ein Mario Basler an der Gitarre -und an der Flasche.

Uli: Ein arrogantes überhebliches Stück Scheiße, aber ich stand drauf und steh drauf.

Sebastian: Sein Stil war Heavy-Metal und 80er-Jahre-Scheißprollrock

Hartmut:Höhö.

Uli: Damit hatten wir also die Salivary Glands: Kurt Cobain am Gesang, John Paul Jones am Bass, am Schlagzeug einen mittlerweile zum Technohörer mutierten Hartmut, Mario Basler an der einen

Tommy: ersten!

Uli:...LEADgitarre und David Gilmour an der anderen

Holger: ersten!

Uli:Daraus ergab sich unser einzigartiger Stilmix, mit dem wir uns aufmachten die Welt zu erobern.

Tommy: die Weltherrschaft an uns zu reißen.

Uli: Ich war ja mehr Schatten- und Tommy war Volonenfan wegen der krasseren Raumschiffe.Die Konzerte waren glorreich, exzessiv und voll von mörderischen Gitarrensoloduellen. Eine wahre Materialschlacht incl. Pyroeffekten und Marshallmarshallmarshall mit einer Geilheit, die hart an der Grenze zur Übertreibung, die hart an der Grenze zur Maßlosigkeit lag. Summasummarum 5 Mittelklasse Jungs irgendwo um die Zeit des Abiturs (Noten: Uli: 2,4; Hartmut: 2,7; Sebastian: 3,5; Holger in 12. Klasse versagt; Tommy: Gymnasium rausgeflogen; Realschule von der Schule geschmissen,Hauptschule A geschmissen, Hauptschule B 3,5) *tosender Applaus*.

Sebastian: Ich kann mich noch exakt daran erinnern, wie wir morgens ins Cafe Central kamen, wo wir abends zum sogenannten "Centralgeburtstag" spielen sollten und Hartmut antrafen, der uns Colabiertrinkend erklärte, er könne auf gar keinen Fall spielen, wenn wir ihm nicht auf der Stelle Duschgel organisieren würden.

Hartmut: Life is like Life is.

Sebastian: So war unser Tagwerk dadurch gefüllt, durch die Gegend zu rasen, um unserem tollkühnen Schlagzeuger Medizin zu bringen (nicht ganz ohne Eigennutz) oder wie wir das Schlagzeug mehrfach gegen alles mögliche eintauschten und dann immer wieder einlösen mußten.

Erzähler: Die ganze Sache gipfelte dann wie zu erwarten bei einer Band, die nur aus Stars besteht, in einer von Rausch und Wahnsinn begleiteten Explosion bei einem der abgefahrensten Konzerten, das die Welt, in diesem Fall bestehend aus ca. 300 zugedröhnten Irren, jemals gesehen hat. Nach dem ersten Set konnte eine Schlägerei zwischen den Gitarristen gerade noch verhindert werden. Danach einigte man sich in aller Ruhe

Sebastian: Höhö

Erzähler: ... darauf, noch ein letztes Set zu spielen und die ganze Sache auf sich beruhenzulassen. Ort der Veranstaltung war die Garage der abgefucktesten Kneipe in einem der seltsamsten Städtchen links der Milchstraße inkl. endloser Bahnen von Duschgel am Morgen (Ich liebe den Geruch von Duschgel am Morgen), studenlanger gleichzeitiger Gitarrensoli, Sänger auf der Mülltonne sitzend sowie NSYNC-Flagge im Hintergrund.


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